Killer-Kylie und der lebende Transformer

Evonik hat Kylie Minogue geklont. Dabei hat der Kopf der hübschen Doublette leider inwändig schaden genommen. Als Kampfhund für den Clon-War im sterilen Reichenviertel einer synthetischen Zukunftsstadt hält das Wesen sich einen Fisch-Androiden. Die erbarmungswürdige Kreatur wurde ohne jeglichen Respekt vor der Schöpfung in einer perversen Apparatur verschraubt, um für die nicht minder verschraubte Werbebotschaft des Plastikproduzenten Patroullie zu laufen. Das Abweht-Konzept funktioniert. Mir wird erst körperlich, dann intellektuell übel und Evonik bleibt mir als sektenhafter Entwickler von Robo-Cops, Terminatoren, Transformern und Mutanten in bleibender Erinnerung.

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Nightmare on bodystreet

Bei "Body Street" blitzten die elektrischen Geräte heute morgen wieder verheißungsvoll schweißlos. Einfach dranstöpseln, die vielen Kabel, eine vom Trainer erklärte Körperhaltung einnehmen und auf die Fitness warten. Frankensteins Bodymonster. Das faule Fleisch bei Anbruch der Dunkelheit verdrahten und bei Vollmond als neuer Mensch erwachen.

Heute früh war aber noch nichts los, und die hautgetönten Trainer lungerten rauchend vor dem Eingang herum. 

Wahrscheinlich haben sie sich danach an ihre Terminals angeschlossen und die Lungen elektromagnetisch wieder sauberstimuliert.

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Werbung als Kunst im Freudenhaus

Objekterotische Installationen und Ready-Mades, die einer Documenta würdig wären. Und das im Puff. Hier gibt es alles, was das Fetischisten-Herz begehrt - und zwar schon auf dem Gang. Sagenhaft, denn merke: Erst wenn die Tür zu geht, läuft die Uhr.

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Was ist das hier? Vermutlich Kunst. Kunst, die Geschichten erzählt. Geschichten sedimentieren sich Schicht um Schicht und werden zur Geschichte. Darin eingebacken und verdichtet die Fraktale unseres Alltags.

Was hätten wir denn da?

1. Schuhe: ein Paar Pumps, drei (!) Fahrradschuhe (hoho).

2. Unterwäsche: ein Büstenhalter (aber für wen?), ein Trägerleibchen. Doch wo ist der Schlüpfer? Unter dem roten Body sicher nicht (uiuiui).

3. Eine große dünne Frau in einem schmutzempfindlichen Kleidungsstück mit integrierter Fesselungs-Applikation.

4. Eine modische Sonnenbrille. 

5. Eine sportliche Sonnenbrille.

6. Ein Fahrradhelm (wofür das denn?).

7. Ein mysteriöses eiterfarbenes Sexspielzeug mit Rädern. Offenbar für kleinwüchsige Kunden.

Ha! Jetzt hab ich´s. Das ganze ist ein Kino-Plakat für den neuen David Lynch Film. Sie erinnern sich? Twin Peaks, Lost Highway, Mulholland Drive - der Horror des Banalen, die Komik der Gewalt, die Mystik des Alltäglichen, unterdrückte Libido bricht sich Bahn.

Ja, jetzt sehe ich auch das Datum des Kinostarts. Es steht unten rechts etwas schwer lesbar weiß auf rot: "Am 9.0". Einlass ist "ab 2.599" Uhr. Komische Angaben.

Kunst halt.

 

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Dummheit als wie FFH färbt ab

Es liegt mir fern, ernstgemeinte Werbebemühungen grundlos zu diskreditieren oder rechtschaffende Werbetexter zu beleidigen. Darum bitte ich, die Feststellung aus der Überschrift auch ganz analytisch zu interpretieren: Wer als Agentur oder Auftraggeber die einfachsten sprachlichen Muster nicht beherrscht, tut dies entweder versehentlich, mit Vorsatz oder aus Dummheit.

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Möglichkeit 1, Versehen: Unwahrscheinlich, da Korrektorat bei der gegebenen Textmenge sicherlich funktioniert.

Möglichkeit 2, Vorsatz: Unwahrscheinlich, da dummdeutsche Phrasen bekanntlich nur unter zuhilfenahme imagekonformer Testimonials funktionieren (Verona Poth, Atze Schröder, KT Guttenberg).

Möglichkeit 3, Dummheit: Wahrscheinlich, da einzige Erklärung.

 

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Postbank nutzt Alternative zum Kleingedruckten

Die Übernahmearbeit der Postbank durch die Deutsche Bank ist offenbar in der Kommunikationsabteilung angekommen. Kürzlich bekam ich einen Brief, der mit einem halluzinierenden Mann bebildert war, der im LSD-Rausch selig lächelnd Herz und Arme öffnet und das Licht tief in seine Seele scheinen lässt. Würde seine Frisur dem nicht grotesk widersprechen, würde ich auf ein Making-Of-Foto des Musicals Hair tippen.

Leider bleibt aber verborgen, was den Verzückten in seinen glücklichen Trance versetzt hat. Vielleicht war es die Botschaft, dass seine PIN und Kontonummer unverändert bleiben? Dann könnte ich ihn fast verstehen. Man wird ja bescheiden.

Der zugehörige Text kann es nicht gewesen sein. Um ganz sicher zu gehen, lese ich ihn noch einmal ganz genau: "Für viele zusätzliche Extras: Postbank Giro extra plus." Hm, "plus" in Zusammenhang mit einer Bank kommt bei mir selten genug vor. Erwartungsgemäß werden dann allerhand Vorteile aufgezählt, die man mir zuteil werden lassen möchte, sofern ich mein Girokonto in ein "Giro extra plus" Konto umwandeln ließe. Das taugt aber alles nicht für einen ordentlichen Trance.

Schlimmer noch, ich werde argwöhnisch. Die Erfahrung zeigt, dass Banken nichts verschenken. Kostenlose Visa Card, kostenloses Wertpapierdepot, attraktive Konditionen, Preisvorteile und das "Select-Betreuungsprogramm" könnte mir die Deutsche/Postbank doch auch so angedeihen lassen: einfach Servicelevel hochschrauben, Zinsen und Gebühren runter und schon würde ich vielleicht ein bisschen auf der Wiese tanzen - wenn auch nicht barfuß.

Also: Wo ist der Trick? Ein Kleingedrucktes ist nicht zu finden.

Ich hab´s!

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Es stand im zugehörigen Anschreiben, das ich vor Freude über den eigentlichen Prospekt und den tanzenden Derwisch schon in den Papierkorb befördert hatte. Und so, wie das Konto "Giro extra plus" zwei Seiten hat, hat dies auch besagtes Anschreiben. Es besitzt nämlich auch eine fast jungfräuliche Rückseite, die nur eine einzige Information enthält: Die monatlichen Kontoführungsgebühren. 

Mein Giro-Einfach-Konto ist seit ca. 15 Jahren kostenlos. Und so wird es von mir aus auch bleiben. Dies Schreiben nämlich hat nicht den Stil eines fairen Angebots. Der Derwisch kommt an die Pinwand und das freundliche Anschreiben beantworte ich mit einem stillen "siehe Rückseite".

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Du wachst auf und Deine ganze Familie hat Triathlon

Bei der Erstellung dieser praktischen Checkliste haben die lebensklugen Foris von www.triathlon-szene.de tüchtig mitgeholfen. Vielen Dank dafür!

 

Du lebst in einer Triathlonfamilie, wenn...

... der dreijährige Nachwuchs nach dem Bambinilauf darauf besteht, eine Auswertung nach Geschlecht und Altersklassen zu bekommen.

... das gängige Längenmaß Deiner Kinder die "Runde um den Sportplatz ist". (Papa, wie weit ist es zum Mo-ond?)

... Ihr über den Kauf einer zweiten Waschmaschine für die Funktionswäsche nachdenkt.

... Dein vierjähriger Sohn beim Anblick der Wechselzone einer Marathon-Staffel fragt, wo man denn hier schwimmen könne.

... die Aussage "Papa fährt Rad" nicht ausreicht: "Mountainbike, Rennrad oder Triathlon?"

... für Deine Kinder "Falken" ein anderes Wort für "Socken" ist.

... Deine Kinder jede Sportübertragung dem Sandmännchen vorziehen.

... Dein Sohn seinen Visor mit Autogramm von Faris im Winter über der Wollmütze trägt.

... der Kurze vor dem Spiegel die Pose für seinen Zieleinlauf übt.

... wenn Deine Frage "Möchtest Du mit auf den Wettkampf oder lieber zu Jan zum spielen?" nicht wirklich ernst gemeint war.

... Dir nichts soviel Kraft gibt, wie im Wettkampf dieses kleine heiße Händchen abzuklatschen.

... Dein Kind niemals ohne Helm Rad fahren würde, weil Faris das auch nicht macht.

... der Dreijährige aus dem Schieben rennend auf das Rad springen kann.

... die Großeltern sich auf die Saison freuen, weil sie dann mehr Zeit mit ihren Enkeln verbringen können.

... die lieben kleinen sich nach einem harten Tag im Kindergarten zu Hause erst einmal bequeme Sportklamotten anziehen.

... Du mit Deinem Partner nicht mehr über Trainingspläne streitest - weil Ihr einfach nicht mehr darüber redet.

... Du den Di und Do als Trainingstage gegen den Mo und Mi Deines Partners verteidigst, weil Dir sonst die Regeneration nach dem So fehlt.

... Freunde, die Euch besuchen, schon gleich ihre Laufschuhe mitbringen.

... Dein Vater extra eine Kiste Erdinger Alkfrei deponiert hat, damit Du Dich bei ihm wohlfühlst.

... Du Dich bei Deiner Frau nicht mit "das braucht man halt" für Deinen Equimpment-Fetischismus rausreden kannst. Sie braucht es nämlich offensichtlich nicht.

... Ihr dringend mal wieder einen neuen Bügel aus der Ikea-Küchenabteilung mitbringen müsst. Für die Medaillen.

... sich Papa und Sohnemann nach dem Wettkampf zanken, wer Mamas Pokal tragen darf.

... Du, während Dein Rad in Reparatur ist, das Rad Deiner Holden mit extra langer Stütze/Vorbau nimmst.

... Urlaub bei Euch Trainingslager heisst, im Winter eben Langlauf mit einem Winter-Tri-Start.

... die Kosten für Gels und Riegel diejenigen der übrigen Nahrungsmittel übertreffen. 

... andere manchmal denken, dass Du nicht für die Familie sondern für eine mittelgroße Gastwirtschaft einkaufst.

...die besten Geschenke aus dem Fahrrad-/Laufladen kommen.

... Dein Sohn in der Schule felsenfest behauptet, bei euch daheim schreibe man nur mit einem "Roth-Stift" und nicht mit einem Rotstift.

... Dein Kind fremden Leuten im Schwimmbad erklärt, was sie tun müssen, um ihre Wasserlage zu verbessern.

... Dein Kind besser Zeiten nehmen kann als Du.

... Euer Auto auf der Straße steht, weil die Garage mit Rädern voll ist.

... Ihr nach zwei bis drei Wochen nicht mehr wisst, wo das Auto eigentlich steht, weil Ihr immer ein Fahrrad nehmt.

... wenn der Vater seinen Sohn im Kindersitz anschreit, er würde draften.

... das Pausenbrot Powerbar heißt.

... nach der Schwimmstunde/Sportstunde gefragt wird wann es denn endlich mit dem richtigen Training losgehe.

... Du Stein und Bein schwörst, im Kindergarten einen Aushang mit "Startplatzvergabe" gesehen zu haben. Erst später stellst du fest, dass es sich um die Standplatzvergabe für den nächsten Flohmarkt handelt.

... Du und Dein 3-Jähriger es normal finden, das neue Kinderrädchen gleich 5 Kilometer weit durch den hügeligen Wald nach Hause zu fahren.

... Vater und Mutter sich nur noch mithilfe des Triathlon-Szene Forums unterhalten.

... der Kleiderschrank "Wechselzone" heisst.

... im Schuhschrank mehr Lauf- als Straßenschuhe stehen.

... auf langen Autobahnfahrten gemeinsam der Kilometerschnitt berechnet wird.

... Ihr Euch abends zum Carboloading an den Tisch setzt.

... Du Deinen Kulturbeutel vor den anderen versteckst.

... Du Deinen Parkplatz T1 nennst.

... Ihr kein Treppengeländer habt sondern Flatterband.

... Du mit der Familie ausnahmesweise am Abendbrotstisch sitzt und die Kinder fragen: "Mama, macht Papa heute gar keinen Sport".

... Ihr Essen und Getränke immer nur im Vorbeigehen vom Tisch wegnehmt.

... das Esszimmer "Verpflegungsstelle" heißt.

... die neuen Turnschuhe, die es zum Geburtstag gab, unbedingt mit ins Bett müssen - und die Stofftiere als Geschenk der Verwandtschaft, gaaaanz unten im Kleiderschrank landen.

... das neue Rad in der "ersten Nacht" unbedingt neben dem Bett stehen muss (nur schwer akzeptable Notlösung, weil ins Bett nicht geht).

... dein Kind im Schuhladen erwartungsvoll die Spiderman-Schuhe ausprobiert und sie anschließend der Verkäuferin schweren Herzens wieder in die Hand drückt mit den Worten "Die sitzen nicht gut, die sind nicht so schnell.

... dein Kind die neue Armbanduhr zur Kommunion immer am Fußgelenk tragen will, weil da Zeitnehmer angeblich hingehören.

... deine Tochter die engen Röhrenjeans mit Plastiktüten an den Füßen besteigt, weil sie es bei Mamas Neo so gesehen hat.

... dein Sohn im Geschichtsbuch was von einem "Alteisenmann" liest und das sofort mit der AK 80 auf der Langdistanz verbindet.

... die Familie mit dem Fahrrad ins Kino fahren muss, und jede Diskusion doch das Auto zu nehmen zwecklos ist.

... du als Gute-Nacht-Geschichte von deinen 'Sportabenteuern' erzählen musst.

... die Medallie nach einem Wettkampf energisch eingefordert und dann direkt damit Triathlon gespielt wird.

... euer Kind noch keine Schleife binden kann, sich aber partout gegen Turnschuhe mit Klettverschlüssen wehrt, weil es auch Turnschuhe mit "so Schnüren" möchte (gemeint sind Locklaces).

... selbst bei der Autofahrt ein Trinksystem am Lenkrad ist und auf den Amaturen die ausgepackten Powerriegel kleben.

...an der Klotür das Schild "Zur Dopingprobe" hängt!

... der Rose-Katalog und diverse Tri-Mags neben dem Klo liegen.

..wenn du morgens zur Arbeit gehst und die Jüngste fragt; "Laufen oder Rad fahren?"
Ich; "Nee, Arbeiten!"
Sie; "Wozu DAS denn?

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Ich werde die Welt beherrschen!!

Har, har, har! - Es ist soweit. Endlich!

Seit Jahren arbeite ich nachts in meinem Kellerlabor an der unerschöpflichen Energiequelle, an der Macht über alle Mächte des Universums.

Reine Physik wird mich zum Herrscher machen. - Über alles - alle Menschen - alles, was existiert - die Gezeiten, die Gestirne, den Lauf der Zeit... mmuahaha hahr!

Hier ist er, der letzte Baustein, das Puzzelteilchen, das ich seit Jahren suche - nichts kann mich jetzt mehr aufhalten, NICHTS!

Bislang konnte ich nur mit materiellen Rückständen arbeiten. Was mir für meinen Materie-Antimaterie-Reaktor noch gefehlt hat, waren Anti-Rückstände.

Aber die Suche ist nun vorbei. Ich muss nur noch den Rückstands-Reaktor mit diesem Gel hier beschicken:

Anti-ruckst

MUAAHAHAHAAAAR!

So, Ihr Jeep-Fahrer, Kabelbetreiber, Kreditinstitute, Hundebesitzer, Radiowerber und Finanzämter - die Zeit der Rache ist nah!

 

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DSL: Alice? Who the f*** is Alice?

"Was die Frau will, will Gott." Das hat mir mal ein sehr alter und sehr gebildeter Herr verraten. Und da er auf mich den Eindruck machte, als habe er sich schon intensiv mit dergleichen Fragestellungen beschäftigt, versuche ich mich nach Kräften an dieser Weisheit zu orientieren.

Meine Frau möchte zu Hause einen DSL-Anschluss haben, und WLAN. Das sollte drin sein. Telefon-Festnetz brauchen wir schon lange nicht mehr und vertraglich binden wollen wir uns nicht länger als unbedingt nötig. Damit sind alle Parameter für eine Suchabfrage bei einem Vergleichsportal beisammen. Die Abfrage wirft an erster Stelle den Anbieter Alice aus.

Alice_website
Für uns kommt der Tarif Alice Light ohne Mindestvertragslaufzeit in Frage. Das Angebot erscheint interessant. Da rufe ich mal an. - ...Oh, keine Rufnummer angegeben. Ein Fensterchen lädt ein zum "Live Online-Chat". 

Ok, von mir aus. Dann hat man es wenigstens schriftlich. Anbei also der originale Dialog:

Kunde: Hallo, ich interessiere mich für den Tarif Alice Light

Sie sprechen nun mit Marina Huber

Marina Huber: Guten Tag

Marina Huber: Haben Sie dazu noch eine Frage?

Marina Huber: Ich empfehle Ihnen unser Produkt Alice Light Flat ab 14,90 Euro monatlich. Sie bekommen mit diesem Tarif den DSL-Anschluss und die DSL-Flatrate ohne Zeit- und Datenlimit mit bis zu 16.000 Kbit/s.

Kunde: Das ist prima.

Marina Huber: Sie können direkt hier auf unserer Webseite einfach und bequem Ihr gewünschtes Alice Produkt bestellen. Das ist auch immer der schnellste Weg zu Ihrem Alice-Anschluss, da wir dann Ihre Daten direkt im System haben. Ihre Daten werden ganz bequem und einfach Schritt für Schritt im Bestellprozess abgefragt.

Kunde: Was kommt da noch an Einrichtegebühren etc dazu?

Marina Huber: Bei einer Laufzeit entfallen die Einrichtungsgebühren

Kunde: Ohne Laufzeit

Marina Huber: Sie bekommen sogar nochmal einen 50 Euro Wechselbonus

Kunde: Ich habe momentan keinen Anbieter. Es liegt also kein Wechsel vor.

Marina Huber: Ohne Laufzeit da entstehen einmal 39,90 Einrichtungsgebühren + 9,90 Versandtkosten für das Modem

Kunde: Erhalte ich den 50 EUR Gutschein trotzdem?

Marina Huber: Leider nur bei der Laufzeit

Kunde: Steht aber auf der Website im Fenster "Ohne MIndestvertragslaufzeit" auch dabei.

Marina Huber: Können Sie mir mal den Link schicken, ich sehe das hier nicht

Kunde: http://www.alice-dsl.de/provider/content/segment/anbieter/produkte/alice-ligh...

Marina Huber: Wenn Sie aber den Butten "ohne Laufzeit" anklicken und ausfüllen dann steht der Gutschein da nicht mehr, der gilt nur für den oberen Tarif mit Laufzeit (Hervorhebung durch Autor)

Kunde: Hübscher Trick. Respekt.

Alice im Wunderland kann also tolle Kunststückchen. Eben noch ein versprochener 50 EUR-Gutschein (immerhin mehr als drei Monatsbeträge!) und - schwupp - bei Vertragsabschluss "steht der Gutschein da nicht mehr". Und das DSL-Modem wird mit Himbeersaft betrieben und bei jedem Abbuchungsvorgang vom Online-Konto singt Smokie "living next Door to Alice". So möge es geschehen, denn Alice ist eine Frau, und was die Frau will...

 

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Radsport-Magazin mit Sehtest auf Szenetauglichkeit

Der "Pedaliero" ist ein "Magazin für Geländeradsport". Der hölzerne Untertitel ist mit Vorsatz gewählt und ebenso cool, wie der Magazin-Name. Geländeradfahrer sind Outlaws. Sie treiben unerhört wilde und gefährliche Dinge und hören dabei ebensolche Musik. Wenn sie sich nicht gerade auf sündteueren Rädern an spektakulären Locations der Gravitation ausliefern oder - in umgekehrter Richtung - an der Kraft ihrer Beine berauschen, schmücken sie sich mit Kleidungsstücken oder Körperkunst, die sie möglichst eindeutig als Mitglieder der Szene ausweisen. Und sie lesen Pedaliero. 

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Das gleiche versuche auch ich gelegentlich. Allerdings fällt es mir zunehmend schwerer. Zwar höre ich noch immer ausgesprochen wilde und gefährliche Musik und steigere mich noch immer jährlich hinsichtlich Fahrkunst und Anzahl der Geländesportfahrräder und Funktionskleidungsstücke. Doch leider reicht das Licht meiner Augen nicht mehr für die Lektüre der über die Jahre liebgewonnenen Jugendzeitung aus. So begucke ich mir - bei Eisregen in der S-Bahn sitzend - nur die wilden und gefährlichen Bilder und freue mich auf den Outdoor-Frühling.

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Eigentlich ist es ein Jammer: wenn man jung ist und kein Geld hat, kann man das Magazin mit all seinen PR-Strecken und lancierten Artikeln lesen. Wenn man Alt ist, und eine aufregende Möglichkeit sucht, einen Teil seines verfügbaren Einkommens als Selbst-Incentivierung für einen Zwischensprint im Hamsterrad zu verwenden, dann scheitert dies schlicht an der Lesbarkeit der Konsumempfehlungen. Schadeschadeschade. Hoffentlich kommen die Werbe- und Kooperationspartner des kleinen Verlages nicht schneller auf den Trichter, dass das nicht klug ist, als das zuständige Designbüro "formklang". 

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Camouflage: Die Topnews auf der Website sind auch nur für Szene-Mitglieder erkennbar.


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Bin ich Stromer? Wächst mir Gras auf dem Stecker?

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Die staatlichen Belastungen des Strompreises steigen. Das belegt das Mailing der RWE mit einem Balkendiagramm. Der Grund dafür, so entnehme ich dem Text, liegt im Erneuerbare-Energien-Gesetz, EEG. Dieses wird irgendwie begrüßt, von der RWE. "Natürlich ein guter Mix: Mit Strom aus erneuerbaren Energien." So textet sie. Andererseits befürchtet sie aber, dass der Kunde soviel Öko nicht so gut findet, da Öko ja erwiesenermaßen (Balkendiagramm!) teuer ist.

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Die Süwag Gruppe, mein Stromlieferant, gehört zur RWE. Das wusste ich gar nicht. Bis ich ein Mailing bekam. Darin wurde ich u.a. darüber informiert, dass mein zuständiger Stromkonzern es darauf anlegt "voRWEg" zu gehen, was ich ja noch ganz putzig finde.

Für die ehemals behördenähnlichen Strom-Zuteiler war ich jahrzehntelang eine Verbrauchsstelle. Als Reaktion auf fremdgesteuerte Marktöffnungs-Maßnahmen bleibt Ihnen nun langsam nichts anderes übrig, als voRWEg zu gehen. Und ich bin langsam zum Kunden herangereift - zumindest für das Mailing. Diesem Kunden bietet der Energielieferant nun einen günstigeren Tarif an. Das ist gut.

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Der Preis ist aber höher als bei meinem aktuellen Tarif. Das ist schlecht. Dafür aber günstiger als dieser ab 1.1.2011 sein wird. Das ist gut. Dafür müsste ich mich 36 Monate an die RWE binden. Das ist schlecht. Allerdings dürfte ich gesetzlich bereits nach einem Jahr wieder kündigen. Das ist gut. Dann verstehe ich die 36-monatige Laufzeit aber nicht. Das ist schlecht. Die RWE garantiert während dieser Laufzeit aber einen stabilen Preis. Das ist gut, da die Marktpreise ja steigen (Balkendiagramm). Diese Preisgarantie gilt aber gerade nicht für die staatlichen Aufschläge durch das EEG. Das ist schlecht und lässt sich nur dem Kleingedruckten entnehmen. Das ist sehr schlecht.

Moment, ging es hier nicht eigentlich um die staatlichen Aufschläge? Sie waren es doch, laut RWE, die den Strompreis steigen lassen, oder? Und ausgerechnet die werden jetzt aus der Preisgarantie ausgeklammert...?

Mit anderen Worten sagt das Mailing dann doch:

- Die staatlichen Aufschläge wegen Ökostrom steigen, deshalb wird Strom teurer. 

- RWE findet das gut ("Ein natürlicher Mix").

- Auch mein Strom wird am 1.1.2011 teurer.

- Um das zu lindern, kann ich den Tarif wechseln, dann wird es weniger teurer. Zum ersten Mal kann ich dann nach 12 Monaten kündigen. Bisher sind es 3 Monate.

- So steht das nirgendwo zu lesen, man muss es sich selbst zusammenreimen. Das ganze Blabla mit "36max", "Preisgarantie" und grünem Stromkabel ist bedeutungslos.

- Das Relevante steht im Kleingedruckten

Das ist eigentlich nicht einfach nur schlecht. Es ist mies, mieser Stil, in mieser Aufmachung. Ein Mailing, das mich von Anfang an nur veralbern will. Blöde Öko-Bilder für die LOHA-Lemminge, dann Drumrumgerede, dass der Strom am Ende so oder so teurer wird. Dann bauernfängerische Hardseller-Versuche: "Interessiert? Dann einfach den beiliegenden Vertrag unterschreiben..." 

Interessiert

Gute Idee. Ich interessiere mich auch für einen Porsche 911. Prospekt lesen? Probefahrt? Vergleiche? Quatsch! Einfach den Vertrag unterschreiben. Oder für ein Haus am Meer. Einfach unterschreiben. Vertrag anbei. Noch fragen? Dann schauen Sie gefälligst auf unser Balkendiagramm.

Denkste. Lieber Ökostrom ohne VoRWEgelagerei.

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